S-Kurve
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Was wird geprüft? Folgen zwei Bögen entgegengesetzter Richtung direkt aufeinander, prüft die Planprüfung, ob dazwischen eine ausreichende Zwischengerade liegt.
Warum ist das wichtig? In der S-Kurve schwenken die Enden zweier gekuppelter Wagen in entgegengesetzte Richtungen aus — der seitliche Versatz an der Kupplung addiert sich, Kurzkupplungskulissen verschärfen das noch. Ergebnis: Entgleisung oder Überpufferung, oft erst beim Schieben. Maßgeblich ist genau genommen Drehzapfenabstand + doppelter Endüberhang; die Wagenlänge ist die sichere Näherung dafür.
Wie schlimm ist es? — der Radius entscheidet. Der seitliche Versatz an der Kupplung wächst grob mit Wagenlänge² ÷ Radius: Je enger der Radius, desto gefährlicher die S-Kurve. Ein breiter Gegenbogen ist dagegen harmlos — Hauptbahnen fahren solche bewusst ohne Zwischengerade. Die Planprüfung stuft enge S-Kurven deshalb strenger ein (Fehler) als breite (Warnung oder gar kein Befund). An Weichen meldet sie höchstens eine Warnung, einen breiten Gegenbogen dort gar nicht.
Wo entsteht das? Am häufigsten an Weichen — und zwar dort, wo die Strecke ohnehin einen Bogen fährt (Überholgleis, Gleiswechsel). Zweigt eine Weiche gegen den Bogen ab, reihen sich Streckenbogen, Weichenbogen und Rückstellbogen zu einem doppelten Schlenker („Doppel-S”). Weil der Wendepunkt direkt an der Weiche liegt, ist er leicht zu übersehen.
So behebst du es: Auf freier Strecke: eine Gerade von mindestens einer Wagenlänge zwischen die Bögen — oder die Bögen aufweiten (ein größerer Radius entschärft die S-Kurve). An Weichen gibt es elegantere Wege, die gar kein S erzeugen (Bild oben):
- Weiche in den Bogen legen — der Abzweig führt den Bogen gleichsinnig weiter (vorbildgerecht).
- Bogenweiche verwenden — beide Stränge liegen im selben Bogen (geometrisch am glattesten).
- Weiche spiegeln (Händigkeit tauschen) — macht aus dem Doppel-S wenigstens ein einfaches S.
Bleibt es bei einem S, hilft das Aufweiten des engen Gegenbogens — oft ist der Weichenradius unkritisch (Piko-A-Weichen z. B. ≈ 916 mm, also breit); eng ist nur die dahinter angesetzte Gegenkurve. Sie auf einen breiten Radius zu ändern entschärft das S direkt: Es verschwindet dabei nicht, aber es wird harmlos. Darum steht dieser Weg nicht in der Liste oben — die zählt nur die drei Wege auf, nach denen gar kein S übrig bleibt.
An symmetrischen Weichen greifen die bauformabhängigen Wege nicht. Eine Doppelkreuzungsweiche und eine Y-Weiche (symmetrische Weiche) haben keine Händigkeit — es gibt kein Spiegel-Gegenstück, und eine gebogene Bauform gibt es von ihnen auch nicht. Dort bleiben genau zwei Wege: den Gegenbogen aufweiten oder eine Zwischengerade einlegen. Der Trackplanner zeigt an diesen Stücken darum einen eigenen Hinweis und bietet auch nur diese beiden Arten von Vorschlägen an.
Zahlen & Voreinstellungen: Zwischengerade ≥ längster Wagen deiner Züge (ohne eigene Züge 240 mm; H0, skaliert). Auf freier Strecke entscheidet der errechnete seitliche Versatz an der Kupplung: ab 11 mm Warnung, ab 15 mm Fehler (H0, skaliert). An Weichen gilt ein engster Radius ab 600 mm (H0, skaliert) als breit und wird nicht gemeldet; enger ist der Befund dort auf durchgehenden Hauptgleisen eine Warnung, an Abstellgleisen nur ein Hinweis — nie ein Fehler.