Kurzkupplung (Kurzkupplungskulisse)
Eine Kurzkupplung hält benachbarte Wagen auf der Geraden eng zusammen, lässt den Abstand im Bogen aber automatisch größer werden. Möglich macht das die Kurzkupplungskulisse — eine kleine Führung (genormt über den NEM-362-Schacht): ein Schlitz, in dem ein Stift sitzt. Auf der Geraden steht der Stift innen, die Kupplung ist eingefahren und die Wagen stehen dicht an dicht. Im Bogen wandert er nach außen, die Kupplung fährt aus, und der Abstand wächst genau so weit, wie der Bogen es verlangt.
Das sieht vorbildnah aus, reagiert dafür empfindlich auf enge Radien und S-Kurven: Dort schwenken die Wagenenden stark aus, und die Kulisse kann verklemmen. Entscheidend ist die Kraftrichtung. Gezogen hält der Zug die Kulissen ausgefahren. Geschoben — etwa bergab — werden sie zusammengedrückt und klemmen in der eingefahrenen Stellung; wo die Krümmung springt, können sie dann nicht auf einen Schlag ausfahren, und der erste Wagen wird aus dem Gleis gedrückt (Prüfregel „Kurvenwechsel im Gefälle”). Kurzgekuppelte lange Fahrzeuge brauchen deshalb großzügigere Radien und Zwischengeraden als starr gekuppelte.