Welches Gleissystem passt zu dir?

Zweileiter oder Mittelleiter, mit oder ohne Bettung, welches System konkret — mit echten Preisen für dieselbe Beispielanlage in jedem Gleissystem.

1. Warum diese Frage die zweitwichtigste ist

Du hast entschieden, wie viel Platz du hast, und daraus deine Baugröße — H0, TT, N oder Z. Die nächste Frage kommt sofort: Welches Gleis kaufe ich?

Sie fühlt sich kleiner an als die Baugröße. Ist sie nicht. Sie legt fest:

  • welche Radien du überhaupt fahren kannst — und damit, welche Loks auf deiner Anlage laufen,
  • welche Bahnhöfe du bauen kannst — schlanke Weichen und Doppelkreuzungsweichen hat nicht jedes System,
  • wie viel Arbeit der Gleisbau macht — mit oder ohne Schottern,
  • und was dich das Ganze kostet — nicht nur beim ersten Kauf, sondern bei jeder Weiche, die du je einbaust.

Ein späterer Wechsel bedeutet: Gleise verkaufen (mit Verlust) und neu kaufen. Es gibt keinen sanften Umstieg. Deshalb lohnt sich eine Stunde Nachdenken hier mehr als irgendwo sonst.

2. Die Entscheidungskette

Vier Fragen, in dieser Reihenfolge. Jede engt die Auswahl ein.

  1. Zweileiter oder Mittelleiter? (nur bei H0 relevant) → §3
  2. Mit oder ohne Bettung? → §4
  3. Welches System konkret? → §5
  4. Welche Profilhöhe? (Code 100 / 83 / 75) → §6

Wer die Reihenfolge umdreht und mit „welche Marke ist die beste?” anfängt, landet in den Foren-Endlosdebatten. Von hinten nach vorn gibt es keine Antwort — von vorn nach hinten bleiben meist nur zwei oder drei Systeme übrig.

3. Zweileiter oder Mittelleiter?

Worum geht es? Bei fast allen Herstellern kommt der Strom über die beiden Schienen (Zweileiter, Gleichstrom). Märklin nutzt in H0 einen dritten Leiter in der Gleismitte — früher als Mittelschiene, heute als Reihe kleiner Kontaktpunkte (Punktkontakte, „Pukos”).

Warum ist das wichtig? Das ist die einzige Entscheidung in dieser Kette, die nicht nur die Gleise betrifft, sondern auch die Fahrzeuge. Eine Mittelleiter-Lok fährt nicht auf Zweileiter-Gleis und umgekehrt. Du wählst hier kein Gleis, sondern ein Ökosystem.

Was kostet dich das? Falsch entschieden ist dies der teuerste Fehler des ganzen Hobbys: Es hängen nicht nur die Gleise dran, sondern die komplette Lok- und Wagensammlung.

Wie entscheidest du?

  • Mittelleiter (Märklin), wenn du geerbte oder gebrauchte Märklin-Fahrzeuge hast, wenn dir Kehrschleifen ohne Verkabelungsaufwand wichtig sind, oder wenn du ohnehin im Märklin-Umfeld bist.
  • Zweileiter, wenn du frei bei allen Herstellern einkaufen willst, wenn dir das Gleisbild ohne Punktkontakte wichtig ist, oder wenn du außerhalb von H0 planst — in N, TT und Z gibt es die Frage praktisch nicht.

In unseren Bibliotheken: 48 Systeme Zweileiter, 6 Mittelleiter. Die Mittelleiter-Systeme sind sämtlich Märklin/Trix Express.

4. Mit oder ohne Bettung?

Worum geht es? Bettungsgleis bringt den Gleiskörper als Kunststoffteil schon mit — du steckst es zusammen und es sieht fertig aus. Gleis ohne Bettung ist nur Schiene und Schwellenband; den Unterbau (Kork) und den Schotter bringst du selbst ein.

Warum ist das wichtig? Das entscheidet, wie dein Anlagenbau abläuft — und wie er aussieht.

Was kostet dich das? Hier laufen zwei Posten gegeneinander:

  • Bettungsgleis hat den höheren Stückpreis.
  • Gleis ohne Bettung braucht Korkbettung und Schotter als eigenen Posten — plus die Arbeitszeit.

In unseren Bibliotheken sind 45 von 59 Systemen ohne Bettung, 14 mit. Wer ein System ohne Bettung wählt, sollte den Schotter von Anfang an einplanen und nicht erst merken, wenn das Gleis liegt.

Wie entscheidest du?

  • Mit Bettung, wenn du auf dem Teppich oder Tisch aufbaust und wieder abbaust, wenn die Anlage umgestellt werden soll, wenn Kinder mitspielen, oder wenn du schnell fahren willst statt lange zu basteln. Bettungsgleis ist trittfester und betriebssicherer.
  • Ohne Bettung, wenn die Anlage fest gebaut wird und das Ergebnis möglichst echt aussehen soll.

Ein Detail, das oft zu spät auffällt: Flexgleis — das Meterstück zum freien Biegen — gibt es bei Bettungssystemen fast nie. Wer geschwungene Streckenführung will, ist ohne Bettung besser bedient. In unseren Daten haben etliche Bettungssysteme (Kato Unitrack, Piko A mit Bettung, Bachmann E-Z Track, Roco geoLine) kein Flexgleis; Rocoline mit Bettung ist eine der Ausnahmen.

5. Welches System konkret?

Worum geht es? Jetzt bleiben meist nur noch wenige Systeme übrig. Sie unterscheiden sich in vier Punkten, die man in dieser Reihenfolge prüfen sollte.

5.1 Reicht der kleinste Radius für deine Loks?

Der kleinste Serienradius ist die harte Grenze deiner Anlage. Er unterscheidet sich zwischen Systemen deutlich — in H0 zwischen 343 mm und 457 mm, in N zwischen 150 mm und 550 mm.

Das ist keine Feinheit: Kato Unitrack HO fängt bei 430 mm an, Roco Line und Rocoline bei 358 mm. Wer wenig Platz hat, hat mit Kato schlicht weniger Optionen. Umgekehrt reicht Rocoline bis 1962 mm — ein Radius, in dem auch lange Schnellzugwagen gut aussehen.

Die Bogenradien in deinem System bestimmen, welche Fahrzeuge du fahren kannst. Siehe auch: Mindestradius (Prüfregel), Radius (Glossar).

5.2 Gibt es die Weichen, die dein Bahnhof braucht?

Für einen einfachen Kreis reicht jedes System. Sobald du einen richtigen Bahnhof planst, brauchst du mehr: schlanke Weichen (Bogenweichen für enge Gleisabstände), Dreiwegweichen und die Doppelkreuzungsweiche (DKW). Genau das ist in den Foren das häufigste Argument gegen ein sonst gutes System.

Aus den Daten (H0, aktuelle Systeme): Eine DKW führen Märklin C, Piko A, Piko A mit Bettung, Roco geoLine, Roco Line, Rocoline mit Bettung und Trix — also im Wesentlichen die kontinentaleuropäischen Systeme. Keine DKW führen Kato Unitrack HO, Bachmann E-Z Track, Tillig Elite, Hornby und sämtliche Atlas- und Peco-Systeme.

5.3 Wie groß ist das Sortiment?

Mehr Bauformen heißt mehr Freiheit beim Planen. Die Spanne ist erheblich: von 5 Teilen (Micro Engineering H0) bis 68 Teilen (Kato Unitrack N).

Vorsicht bei der Deutung: Ein kleines Sortiment ist kein Ausschlusskriterium, wenn das System Flexgleis hat — Peco Streamline führt gar keine festen Bögen, weil dort alles aus Flexgleis gebogen wird. Das ist ein anderer Planungsstil, kein Mangel.

5.4 Was kostet eine Weiche wirklich?

Das ist der Posten, der die meisten Kalkulationen sprengt. Bei den meisten Systemen ist der Weichenantrieb nicht dabei: Die Weiche liegt als Handweiche im Karton, der elektrische Antrieb ist ein eigener Artikel, den du je Weiche dazukaufst.

Aus unseren Daten über alle 59 Systeme:

  • 38 Systeme verkaufen den Antrieb separat — ein Zusatzartikel pro elektrischer Weiche.
  • 4 Systeme führen zusätzlich einen eigenen Einbau-Decoder für den Digitalbetrieb (Märklin C mit Antrieb 74491 + Decoder 74462, Märklin K mit 74490 + 74461, Roco geoLine mit 61195 + 61196, LGB mit 12010 + 55025).
  • 3 Systeme haben den Antrieb integriert (Kato Unitrack).

Rechne das an deinem eigenen Plan durch, bevor du dich festlegst: Ein mittlerer Bahnhof hat schnell zwölf Weichen — und damit zwölf Antriebe, bei Märklin C rund 240 € allein dafür. Bei manchen Systemen ist dieser Block größer als alle Gleise zusammen.

Achtung bei der Antriebszahl: „eine Weiche = ein Antrieb” stimmt nicht immer. Eine Dreiwegweiche braucht zwei Antriebe (Märklin C 24630, Piko A 55225 — beide Hersteller sagen das ausdrücklich), eine doppelte Gleisverbindung bis zu vier. Wer nach Weichenzahl kalkuliert, rechnet ausgerechnet die teuersten Bauteile zu billig.

5.4a Digital ist billiger, als die meisten rechnen

Hier steckt der Denkfehler, der Digitalbetrieb unnötig abschreckend aussehen lässt. Man liest oft „ein Decoder je Weiche” und multipliziert. Das ist der teuerste von zwei gültigen Wegen:

BauweiseBeispielAntriebe je Stück12 Antriebe
Einbau-Decoder (steckt in der Weiche)Märklin 74462 · 38,27 €1459,24 €
Decoder-Baustein (zentral montiert)Märklin m83 (60832) · 62,99 €4188,97 €
Decoder-BausteinViessmann k83 (5211) · 35,22 €4105,66 €

Ein Vierfach-Baustein schaltet vier Antriebe. Der Bedarf ist also eine Division mit Aufrundung, keine Multiplikation: aufgerundet(Antriebe ÷ Kanäle). Bei zwölf Antrieben liegt zwischen dem günstigsten und dem teuersten Weg der Faktor 4,3.

Was du dafür eintauschst: Der Baustein sitzt zentral unter der Anlage, und von jedem Antrieb läuft ein Kabelpaar dorthin. Der Einbau-Decoder spart genau diese Verkabelung — für eine kleine Anlage ein echtes Argument, für einen Bahnhof selten eines.

Der Decoder muss zum Digitalformat passen, nicht zum Gleishersteller: Dreileiter-Anlagen (Märklin) fahren Motorola/mfx, Zweileiter-Anlagen DCC. Ein Viessmann k83 ist ein Motorola-Baustein — richtig für Märklin, falsch für eine DCC-Anlage.

Und analog ist nicht kostenlos. Wer die Weichen elektrisch, aber ohne Digitalzentrale schaltet, braucht ein Stellpult (Märklin 72720 ab 21,59 €, Viessmann 5549 27,84 €, Roco 10520 33,21 €). Wir weisen den Posten aus, nennen aber bewusst keine Stückzahl: Wie viele Weichen ein Pult schaltet, gibt keiner der drei Hersteller in seinen Produktdaten an.

Der Trackplanner kennt für jedes System das Antriebsmodell und die Artikelnummer des Antriebs. In der Stückliste tauchen die Antriebe deshalb als eigene Position auf — du siehst den Posten, bevor du bestellst, nicht danach. Im Bauplan steht die Elektrik als Ausbaustufe (manuell → elektrisch → digital), jede mit ihrem Aufpreis; der Decoder-Bedarf wird dabei nach der Kanalzahl gerechnet, nicht nach der Weichenzahl.

5.5 Wird das System überhaupt noch hergestellt?

Der Punkt, den ein Preisvergleich am leichtesten verschweigt. Ein Gleissystem ist keine einmalige Anschaffung: Du kaufst nach. In zwei Jahren fehlen dir drei Bögen, eine Weiche geht kaputt, der Bahnhof wächst. Ein System, das eingestellt wurde, kannst du dann nur noch gebraucht oder aus Restbeständen ergänzen — zu Preisen, die niemand vorhersagt.

Genau deshalb steht in unseren Tabellen neben jedem Preis der Stand:

StandWas das heißtWas es für dich bedeutet
aktuellwird hergestellt und ist im Handelnachkaufbar, auch in Jahren
ausgelaufenHerstellung eingestellt, noch Restbeständeoft billig — aber der Vorrat ist endlich
historischwird nicht mehr hergestelltnur gebraucht, Börse, Restposten

Von den 59 erfassten Systemen sind 46 aktuell, 1 ausgelaufen (Märklin K) und 12 historisch (u. a. Märklin M, Fleischmann Profi, Trix Express, Piko Hobby, Pilz TT).

Heißt das, Auslaufmodelle sind tabu? Nein. Wenn ein eingestelltes System gerade günstig zu haben ist, kann das eine gute Wahl sein — für eine Anlage mit festem Endzustand, für eine Ausstellungsplatte, für den Einstieg mit kleinem Budget. Zwei Dinge musst du dann aber wissen:

  1. Der niedrige Preis ist zum Teil ein Abverkaufspreis, keine dauerhafte Eigenschaft des Systems. Er sagt nichts darüber, was dich das nächste Bauteil kostet.
  2. Kauf den Bedarf für den Endzustand gleich mit. Bei einem laufenden System kannst du Stück für Stück nachkaufen; bei einem auslaufenden ist der heutige Vorrat dein Vorrat.

Wo wir in dieser Wissensbasis ein nicht mehr geführtes System als preislich günstigstes nennen, steht der Vorbehalt direkt dabei — samt Preis des günstigsten noch geführten Systems, damit du siehst, was dich die Zukunftssicherheit kostet.

6. Profilhöhe: Code 100, 83 oder 75?

Worum geht es? „Code” ist die Schienenhöhe in Tausendstel Zoll. Code 100 = 2,5 mm, Code 83 ≈ 2,1 mm, Code 75 ≈ 1,9 mm.

Warum ist das wichtig? Niedrigere Profile sehen deutlich echter aus. Höhere sind robuster und verzeihen mehr — sowohl beim Gleisbau als auch bei alten Fahrzeugen mit hohen Spurkränzen, die auf Code 75 aufsetzen können.

Wie entscheidest du?

  • Code 100, wenn du ältere oder gebrauchte Fahrzeuge fährst, wenn Betriebssicherheit vor Optik geht, oder wenn das Gleis oft angefasst wird.
  • Code 83, der heutige Standard für neu gebaute Anlagen — guter Kompromiss.
  • Code 75 und feiner, wenn du fotografierst und ausschließlich moderne Fahrzeuge fährst.

Innerhalb einer Marke lassen sich Profile über Übergangsgleise verbinden — du musst dich also nicht für die ganze Anlage festlegen, wohl aber für die sichtbaren Bereiche.

7. Kannst du Systeme mischen?

Kurz: ja, mit Einschränkungen. Bei Zweileiter-Gleichstrom sind die Hersteller genormt; elektrisch passt das zusammen. Mechanisch brauchst du Übergangsschienenverbinder, und bei unterschiedlichen Profilhöhen oder beim Übergang Bettung ↔ ohne Bettung musst du die Höhendifferenz ausgleichen.

Was nicht geht: Zweileiter mit Mittelleiter.

Der übliche und sinnvolle Fall ist nicht „alles mischen”, sondern: ein Hauptsystem, ergänzt um einzelne Teile aus einem anderen — etwa eine Weichenform, die dein System nicht führt.

Im Trackplanner kannst du mehrere Bibliotheken in denselben Plan laden und die Kombination durchspielen, bevor du etwas kaufst.

8. Die Vergleichstabellen

Die vollständigen, generierten Tabellen je Baugröße stehen in unserem generierten Vergleichsdatensatz (aus den Gleisbibliotheken erzeugt).

Auszug H0, aktuelle Systeme, nach Sortimentsbreite:

SystemTeileStromBettungkleinster Rgrößter RFlexDKWAntrieb
Bachmann E-Z Track502-Leiterja381 mm902 mmneinnein
Tillig H0 Elite (Code 83)502-Leiternein366 mm543 mmjaneinseparat
Rocoline m. Bettung492-Leiterja358 mm1962 mmjajaseparat
Märklin C433-Leiterja360 mm1115 mmneinjaseparat + Decoder
Roco Line Code 83412-Leiternein358 mm1962 mmjajaseparat
Peco H0 Code 100 Streamline302-Leiterneinnur Flexjaneinseparat
Piko A mit Bettung292-Leiterja360 mm908 mmneinjaseparat
Kato Unitrack HO282-Leiterja430 mm790 mmneinneinintegriert
Piko A252-Leiterja360 mm908 mmjajaseparat
Roco geoLine212-Leiterja358 mm511 mmneinjaseparat + Decoder

Auszug N, aktuelle Systeme:

SystemTeileBettungkleinster Rgrößter RFlexDKWAntrieb
Kato Unitrack N68ja150 mm718 mmneinjaintegriert
Minitrix66nein195 mm526 mmjajaseparat
Atlas N Code 5551nein254 mm1803 mmjaja
Fleischmann Piccolo45nein192 mm430 mmjajaseparat
Roco N45nein195 mm765 mmjajaseparat

9. Dieselbe Anlage in jedem System

Systeme über einzelne Stückpreise zu vergleichen führt in die Irre. Deshalb baut der Generator für jedes System dieselbe kleine, aber vollständige Anlage — und zählt, was dafür nötig ist:

Oval (zwei Halbkreise + zwei Geraden-Seiten)
+ Ausweichgleis (2 Weichen)
+ Abstellgleis  (1 Weiche)
= 3 Weichen, also 3 Antriebe

Alle drei sind gewöhnliche Links-/Rechtsweichen, also gilt hier tatsächlich „eine Weiche = ein Antrieb” (bei einer Dreiwegweiche wären es zwei, §5.4). Im Digitalbetrieb kommt ein einziger Vierfach-Baustein dazu — nicht drei Decoder: aufgerundet(3 ÷ 4) = 1. Für Märklin C sind das 62,99 € statt 114,81 €.

Die Anlage ist ein echter Plan, keine Rechnung

Das ist der Punkt, an dem dieser Vergleich sich von den meisten unterscheidet. Eine Stückliste aus Zielmaßen zusammenzurechnen ist einfach — und kann Teile enthalten, die sich nie zu einer geschlossenen Anlage fügen. Ein Oval geht nur auf, wenn die Bogenwinkel 360° ergeben; ein Ausweichgleis nur, wenn es einen Bogen gibt, der den Weichenabzweig genau wieder parallel legt, und wenn die Geraden exakt die Lücke füllen, die dabei entsteht.

Deshalb wird die Anlage in jedem System wirklich gebaut und geprüft: Jede Verbindung muss deckungsgleich sein (Spalt 0), der Ring muss schließen, das Ausweichgleis muss an beiden Weichen ankommen. Was nicht schließt, taucht hier nicht als Zahl auf. Diese sechs Systeme tragen die Anlage — jede kannst du dir als öffentlichen Plan ansehen:

SystemTeileGrößeBogenradiusGleisabstand
Peco H0 Code 100 Setrack312208 × 938 mm438 mm62 mm
Piko A352316 × 906 mm422 mm62 mm
Piko A mit Bettung352324 × 906 mm422 mm62 mm
Märklin C362255 × 953 mm438 mm78 mm
Roco geoLine392238 × 946 mm435 mm77 mm
Roco TT (Spur TT)411705 × 774 mm365 mm44 mm

Jede Zeile ist ein echter, öffentlich abrufbarer Plan — anschauen, drehen, nachbauen:

SystemPlan ansehen
Peco H0 Setrackvergleichsanlage-peco-h0-code-100-setrack
Piko Avergleichsanlage-piko-a
Piko A mit Bettungvergleichsanlage-piko-a-mit-bettung
Märklin Cvergleichsanlage-maerklin-c
Roco geoLinevergleichsanlage-roco-geoline
Roco TTvergleichsanlage-roco-tt

Tillig H0 Elite geht auf — aber knapp. Bei den Elite-Weichen (Abzweig 15°, 12°, 9,4° oder 6,34°) und ausschließlich 30°-Bögen ist nicht selbstverständlich, dass sich Ausweich- und Abstellgleis ohne Flexgleis schließen lassen. Im aktuellen Datensatz gelingt es mit 37 Teilen aus dem Katalog. Der Charakter des Systems bleibt trotzdem ein anderer: Elite ist ein Finescale-System für Selbstbauer, in dem Flexgleis der Normalfall ist — wer ausschließlich mit Katalogteilen planen will, hat es bei den geometrischen Systemen leichter.

Einen öffentlichen Plan gibt es für Tillig deshalb bisher nicht; die Zahl stammt aus derselben Rechnung, aber ohne Plan zum Nachklicken.

Warum die Teilezahl so weit auseinandergeht

Die folgende Übersicht stammt noch aus dem älteren, gerechneten Verfahren und umfasst deshalb mehr Systeme. Für die Kostenaussagen zählen die geprüften Pläne oben; diese Tabelle zeigt den Effekt, um den es geht:

SystemTeile für dieselbe Anlagedavon Bögen
Hornby Standard248
Peco Code 100 Setrack288
Bachmann E-Z Track3012
Kato Unitrack HO3416
Rocoline mit Bettung3812
Piko A · Atlas True-Track3912
Märklin C · Roco Line · Roco geoLine4112
Trix4312
Atlas H0 Code 1005424

Für exakt dieselbe Anlage brauchst du bei Atlas Code 100 mehr als doppelt so viele Teile wie bei Hornby. Das liegt am Raster: 15°-Bögen statt 30°, kürzere Geraden. Wer nur den Stückpreis eines Bogens vergleicht, vergleicht die falsche Zahl — entscheidend ist, wie viele Stücke die Anlage braucht.

Dazu kommen bei fast allen Systemen drei Weichenantriebe. Im Digitalbetrieb genügt für diese Anlage ein Vierfach-Decoder-Baustein (§5.4a) — drei Einbau-Decoder wären bei Märklin C fast doppelt so teuer (114,81 € gegen 62,99 €). Bei Kato Unitrack entfällt der Antriebsblock komplett, weil der Antrieb im Weichenpreis steckt.

Fünf H0-Systeme tauchen in der Tabelle nicht auf: Peco Streamline, Peco Code 75, Peco Code 83, Shinohara und Micro Engineering führen keine Serienbögen — dort entsteht das Oval aus Flexgleis, die Stückzahl hängt am selbst gewählten Radius. Atlas Code 83 fehlt, weil unsere Bibliothek dafür keine einfache Links/Rechts-Weiche führt (siehe Datenlücke in §10).

Die vollständigen Stücklisten mit Artikelnummern stehen in unserem generierten Vergleichsdatensatz.

Was die Anlage kostet (DACH)

Preisstand: 11. August 2026 · Quelle: Modellbahn Union · Währung: Euro Preise ändern sich. Der Stand wird bei jedem Abruf im generierten Datensatz mitgeführt — die Angabe hier ist ein Auszug daraus, keine handgepflegte Jahreszahl.

Gerechnet wird der tatsächliche Einkauf: Für jede Position wird das passende Listing gewählt und auf ganze Packungen aufgerundet. Bei MU sind Gleise Einzelartikel, deshalb entsteht hier kein Überschuss.

SystemStandTeileKosten der Beispielanlage
Piko Aaktuell35226,36 €
Peco H0 Code 100 Setrackaktuell31244,30 €
Tillig H0 Elite (Code 83)aktuell37258,35 €
Piko A mit Bettungaktuell35276,18 €
Roco geoLineaktuell39283,93 €
Märklin Caktuell37437,56 €

Diese Werte sind untereinander vergleichbar — dieselbe Baugröße, dieselbe Anlage, dieselbe Region, dieselbe Währung, derselbe Tag.

Andere Spurweiten stehen bewusst nicht in dieser Tabelle. Roco TT kostet für seine Version der Anlage 171,77 €, aber eine TT-Anlage ist kleiner (1705 × 774 mm statt gut 2,2 × 0,9 m). Die Zahl gegen die H0-Werte zu stellen, würde einen Spurweiten-Effekt als Preisvorteil des Systems lesbar machen. Wer zwischen Baugrößen wählt, entscheidet über Platz, nicht über den Gleispreis.

Alle sechs sind aktuelle Systeme — hier ist der günstigste also nicht der, der ausläuft. Wäre er es, stünde der Vorbehalt aus §5.5 an dieser Stelle.

Drei Dinge, die man daran ablesen kann und die im Forum meist untergehen:

Teilezahl und Preis laufen nicht parallel — sie laufen sogar gegeneinander. Peco Setrack braucht mit 31 Teilen die wenigsten und ist trotzdem teurer als Piko A mit 35. Wer Systeme über „wie viele Teile brauche ich” vergleicht, liegt daneben; wer sie über den Preis eines einzelnen Bogens vergleicht, ebenso. Nur die fertige Anlage beantwortet die Frage.

Bettung kostet Aufpreis — und wir können ihn jetzt beziffern, aber nur zur Hälfte. Piko A und Piko A mit Bettung sind dieselbe Anlage in derselben Größe; die Bettungsvariante kostet 49,82 € mehr (+22 %). Das ist der Aufpreis gegenüber blankem Gleis — bei Piko A pur kommen Bettungsband, Schotter und Kleber noch dazu. Das Bettungsband lässt sich rechnen (Noch-Kork, 3 m je Packung, 16,63–20,79 €); bei Schotter (11,70 € / 500 g) und Kleber (6,64–17,05 €) nennt kein Hersteller eine Reichweite in Metern Gleis. Diese beiden Posten weisen wir deshalb als „Preis bekannt, Menge unbekannt” aus, statt eine Zahl zu erfinden. Der reale Abstand zwischen den beiden Varianten ist also kleiner als 49,82 €, aber um wie viel genau, sagt die Quellenlage nicht her.

Märklin C ist mit Abstand am teuersten — und der Grund sind die Weichen, nicht das Gleis. 437,56 € gegenüber 226,36 € für Piko A, also fast das Doppelte für dieselbe Anlage. Es liegt nicht am Meter Gleis: Die drei schlanken Weichen (24711/24712) kosten je 38,69 €, dazu je Weiche ein Antrieb (74491, 19,99 €) und ein Decoder (74462, 38,27 €). Allein dieser Block ist rund 290 € — mehr als die gesamte Piko-A-Anlage. Wer C-Gleis fährt, bezahlt die Betriebssicherheit des Mittelleitersystems an genau dieser Stelle.

Diese Summe rechnet den Einbau-Decoder je Weiche, weil Märklin ihn für das C-Gleis selbst anbietet. Mit einem Vierfach-Baustein statt drei Einzeldecodern (§5.4a) sinkt der Elektrikblock um 51,82 €, die Anlage läge dann bei 385,74 €. An der Aussage ändert das nichts — Märklin C bleibt das teuerste der sechs Systeme —, aber es zeigt, wie viel an dieser einen Entscheidung hängt.

Anmerkung zur Beschaffung: Mit den normalen Weichen (24611/24612, 24,3°) wäre die Anlage etwas günstiger, aber bei unserem DACH-Händler nicht komplett zu bekommen — der zugehörige Gegenbogen 24224 fehlt dort im Sortiment. Der Plan nutzt deshalb die schlanken Weichen, die ohnehin die betrieblich bessere Wahl sind.

Was die Anlage kostet (UK)

Preisstand: 11. August 2026 · Quelle: Harburn Hobbies · Währung: Pfund

SystemTeileKosten
Peco H0 Code 100 Setrack31195,30 £

Dieselbe Anlage ist in UK spürbar günstiger als in DACH — 195,30 £ gegenüber 244,30 € für exakt dieselben 31 Teile. Das ist kein Umrechnungseffekt, sondern Heimatmarkt: Peco ist ein britischer Hersteller, und britische Händler kalkulieren das eigene Programm anders als ein Importeur. Wer in UK plant, sollte Peco deshalb ernsthafter prüfen als es die DACH-Tabelle nahelegt.

Für die übrigen Peco-Programme (Streamline, Code 75, N, TT) fehlen noch einzelne Artikel beim Händler; sie bekommen erst eine Summe, wenn jede Position bepreist ist.

10. Was noch fehlt

Für DACH und UK stehen Kosten (§9): Modellbahn Union (367 bepreiste Artikel, sieben Systeme vollständig) und Harburn Hobbies (161 Artikel, ein System vollständig). Offen bleibt:

1. Lücken in unseren eigenen Bibliotheksdaten. Beim Bepreisen fiel auf, dass mehrere Positionen gar keine echten Hersteller-Artikelnummern tragen:

  • Rocoline mit Bettung und Roco Line: Teile mit den internen Kennungen D4, D8, D12 statt einer Roco-Artikelnummer — so nicht bestellbar und nicht bepreisbar.
  • Roco Line: Kombi-Nummern wie 40295/40296 (Antrieb links/rechts) und 42616/617. Teilweise gelöst (2026-08-10): Solche Nummern werden beim Bepreisen jetzt in ihre Teile zerlegt, sodass der Artikel unter der Einzelnummer gefunden wird (42616/61742616, gefunden). Das ersetzt keine saubere Datenpflege, macht die Stücke aber sofort auffindbar. Die Zerlegung ist bewusst vorsichtig: 3900 D1/1 (Märklin) bleibt unangetastet, weil der Schrägstrich dort zum Namen gehört.
  • Atlas H0 Code 83: keine einfache Links/Rechts-Weiche in der Bibliothek (10 Teile gesamt).
  • Piko N: Platzhalter statt Artikelnummer.

Das ist kein Befund über die Hersteller, sondern über unsere Daten — und Arbeit an unserer Seite. Solange sie offen ist, fehlen ausgerechnet die beiden Roco-Systeme im Kostenvergleich.

2. Märklin C — erledigt. Der fehlende Decoder war die Altnummer 74461; der Nachfolger 74462 ist abgerufen (38,27 €), und die Anlage nutzt jetzt die schlanken Weichen, deren Gegenbogen der Händler führt. Märklin C steht damit vollständig in §9.

2a. USA ohne Summe — und das bleibt vorerst so. Die US-Quelle (modeltrainstuff) verkauft Gleise überwiegend als Packung, und die Stückzahl steht nur als Konvention im Produkttitel. Daraus zu rechnen hieße raten (Fehler um Faktor 4 bis 8), deshalb steht der Shop auf content_kind = unknown und liefert bewusst keine Summe. Auflösbar erst mit kuratierten Packungsinhalten oder einer zweiten US-Quelle, die einzeln verkauft.

2b. UK-Abdeckung. Peco Setrack ist vollständig; bei Streamline, Code 75, N und TT fehlen je drei bis fünf Positionen, die Harburn nicht führt. Eine zweite UK-Quelle (Rails of Sheffield) würde die Lücken vermutlich schließen — deren products.json liegt allerdings hinter einem Bot-Schutz.

3. Die Bettung als Kostenposten. Für Systeme ohne Bettung fehlen im Vergleich noch Bettungsband, Schotter und Kleber — rund 7 Meter Gleis bei der Beispielanlage. Die Tabelle roadbed_products und die Mengenrechnung stehen, und neun Artikel sind inzwischen gepflegt und bepreist. Beim Bettungsband ist die Reichweite belegt (Noch-Kork, 3 m je Packung); bei Schotter und Kleber nennt kein Hersteller eine Reichweite in Metern Gleis, sie bleiben deshalb ohne Menge. Erst dann lässt sich die Tabelle aus §9 auf „Gleis pur” und „inklusive Bettung” umschalten. Bis dahin gilt: Die Zahlen vergleichen Bettungsgleis mit blankem Gleis, nicht mit fertig geschottertem.

4. Mehrantriebige Weichen — gelöst, die Datenpflege läuft noch. Eine Dreiwegweiche braucht zwei Antriebe, nicht einen. Die Stückliste zählte bis 2026-08-10 Weichen statt Antriebe und rechnete diese Teile damit zu billig; seit dem 10. August 2026 zählt sie Antriebe, und der Decoder-Bedarf ist eine Division nach Kanalzahl statt einer Multiplikation (§5.4a).

Offen bleibt die Kuratierung: Über Dreiweg-, Doppelkreuzungs- und Kreuzungsweichen führen unsere Bibliotheken 67 Kandidaten; belegt und eingetragen sind bisher zwei (Märklin C 24630, Piko A 55225). Alle übrigen zählen weiter einen Antrieb. Das ist eine Entscheidung, kein Versäumnis: Die Recherche zu Märklin C 24624 (Doppelkreuzungsweiche) ergab widersprüchliche Angaben — mehrere Händler schreiben, der Antrieb sei dort bereits eingebaut, was eine dritte, noch nicht modellierte Lage wäre. Eine Zahl zu setzen, die man nicht belegen kann, wäre derselbe Fehler wie eine geratene Packungsgröße.

Für die Tabellen in §9 ändert das nichts: Die Vergleichsanlage verwendet in jedem System ausschließlich gewöhnliche Links-/Rechtsweichen. Die Korrektur wirkt auf deine eigenen Pläne, sobald darin eine Dreiwegweiche steckt.

5. Digitalbetrieb für Zweileiter-Systeme noch ohne Summe. Die Vierfach-Bausteine für Motorola/mfx sind bepreist (m83, k83 — §5.4a). Für DCC fehlt uns bislang ein bepreister Baustein: Der belegte Kandidat ESU SwitchPilot V2.0 (51820) wird von unserer DACH-Quelle nicht geführt. Bis das gelöst ist, weist der Bauplan für Zweileiter-Systeme die Digital-Stufe offen als „nicht bezifferbar” aus, statt einen Preis zu schätzen.

6. Stellpult-Kanäle unbekannt. Preise für die gängigen Stellpulte liegen vor (§5.4a), aber keiner der Hersteller gibt in seinen Produktdaten an, wie viele Weichen ein Pult schaltet. Deshalb erscheint das Pult als Position ohne Menge, und die Elektrik-Summe der Analog-Stufe beginnt mit „ab” statt „gesamt”. Dieselbe Regel wie bei Schotter und Kleber (Punkt 3): lieber eine benannte Lücke als eine erfundene Zahl.

7. Die anderen Regionen. Für UK steht inzwischen eine vollständige Summe (Peco Setrack, §9); die übrigen dort geführten Systeme sind noch nicht durchgängig bepreist. Für die USA ist der Verpackungsinhalt nicht kuratiert (§9): Dort sind die Stückzahlen je Listing verschieden und stehen nur im Produkttitel, deshalb gibt es für keine Anlage eine Summe. Beides ist Datenpflege im vorhandenen Modell, keine offene Konstruktionsfrage mehr.