Kaufberatung

Welches Gleissystem passt zu dir?

Zweileiter oder Mittelleiter, mit oder ohne Bettung, welches System konkret — mit echten Preisen für dieselbe Beispielanlage in jedem Gleissystem.

1. Warum diese Frage die zweitwichtigste ist

Du hast entschieden, wie viel Platz du hast, und daraus deine Baugröße — H0, TT, N oder Z. Die nächste Frage kommt sofort: Welches Gleis kaufe ich?

Sie fühlt sich kleiner an als die Baugröße. Ist sie nicht. Sie legt fest:

  • welche Radien du überhaupt fahren kannst — und damit, welche Loks auf deiner Anlage laufen,
  • welche Bahnhöfe du bauen kannst — schlanke Weichen und Doppelkreuzungsweichen hat nicht jedes System,
  • wie viel Arbeit der Gleisbau macht — mit oder ohne Schottern,
  • und was dich das Ganze kostet — nicht nur beim ersten Kauf, sondern bei jeder Weiche, die du je einbaust.

Ein späterer Wechsel bedeutet: Gleise verkaufen (mit Verlust) und neu kaufen. Es gibt keinen sanften Umstieg. Deshalb lohnt sich eine Stunde Nachdenken hier mehr als irgendwo sonst.

2. Die Entscheidungskette

Vier Fragen, in dieser Reihenfolge. Jede engt die Auswahl ein.

  1. Zweileiter oder Mittelleiter? (nur bei H0 relevant) → §3
  2. Mit oder ohne Bettung? → §4
  3. Welches System konkret? → §5
  4. Welche Profilhöhe? (Code 100 / 83 / 75) → §6

Wer die Reihenfolge umdreht und mit „welche Marke ist die beste?” anfängt, landet in den Foren-Endlosdebatten. Von hinten nach vorn gibt es keine Antwort — von vorn nach hinten bleiben meist nur zwei oder drei Systeme übrig.

3. Zweileiter oder Mittelleiter?

Worum geht es? Bei fast allen Herstellern kommt der Strom über die beiden Schienen (Zweileiter, Gleichstrom). Märklin nutzt in H0 einen dritten Leiter in der Gleismitte — früher als Mittelschiene, heute als Reihe kleiner Kontaktpunkte (Punktkontakte, „Pukos”).

Warum ist das wichtig? Das ist die einzige Entscheidung in dieser Kette, die nicht nur die Gleise betrifft, sondern auch die Fahrzeuge. Eine Mittelleiter-Lok fährt nicht auf Zweileiter-Gleis und umgekehrt. Du wählst hier kein Gleis, sondern ein Ökosystem.

Was kostet dich das? Falsch entschieden ist dies der teuerste Fehler des ganzen Hobbys: Es hängen nicht nur die Gleise dran, sondern die komplette Lok- und Wagensammlung.

Wie entscheidest du?

  • Mittelleiter (Märklin), wenn du geerbte oder gebrauchte Märklin-Fahrzeuge hast, wenn dir Kehrschleifen ohne Verkabelungsaufwand wichtig sind, oder wenn du ohnehin im Märklin-Umfeld bist.
  • Zweileiter, wenn du frei bei allen Herstellern einkaufen willst, wenn dir das Gleisbild ohne Punktkontakte wichtig ist, oder wenn du außerhalb von H0 planst — in N, TT und Z gibt es die Frage praktisch nicht.

In unseren Bibliotheken: 52 Systeme Zweileiter, 6 Mittelleiter. Die Mittelleiter-Systeme sind in H0 sämtlich Märklin/Trix Express; dazu kommt Lionel FasTrack in Spur 0.

4. Mit oder ohne Bettung?

Worum geht es? Bettungsgleis bringt den Gleiskörper als Kunststoffteil schon mit — du steckst es zusammen und es sieht fertig aus. Gleis ohne Bettung ist nur Schiene und Schwellenband; den Unterbau (Kork) und den Schotter bringst du selbst ein.

Warum ist das wichtig? Das entscheidet, wie dein Anlagenbau abläuft — und wie er aussieht.

Was kostet dich das? Hier laufen zwei Posten gegeneinander:

  • Bettungsgleis hat den höheren Stückpreis.
  • Gleis ohne Bettung braucht Korkbettung und Schotter als eigenen Posten — plus die Arbeitszeit.

In unseren Bibliotheken sind 49 von 63 Systemen ohne Bettung, 14 mit. Wer ein System ohne Bettung wählt, sollte den Schotter von Anfang an einplanen und nicht erst merken, wenn das Gleis liegt.

Wie entscheidest du?

  • Mit Bettung, wenn du auf dem Teppich oder Tisch aufbaust und wieder abbaust, wenn die Anlage umgestellt werden soll, wenn Kinder mitspielen, oder wenn du schnell fahren willst statt lange zu basteln. Bettungsgleis ist trittfester und betriebssicherer.
  • Ohne Bettung, wenn die Anlage fest gebaut wird und das Ergebnis möglichst echt aussehen soll.

Ein Detail, das oft zu spät auffällt: Flexgleis — das Meterstück zum freien Biegen — gibt es bei Bettungssystemen fast nie. Wer geschwungene Streckenführung will, ist ohne Bettung besser bedient. In unseren Daten haben etliche Bettungssysteme (Kato Unitrack, Piko A mit Bettung, Bachmann E-Z Track, Roco geoLine) kein Flexgleis; Rocoline mit Bettung ist eine der Ausnahmen.

5. Welches System konkret?

Worum geht es? Jetzt bleiben meist nur noch wenige Systeme übrig. Sie unterscheiden sich in vier Punkten, die man in dieser Reihenfolge prüfen sollte.

5.1 Reicht der kleinste Radius für deine Loks?

Der kleinste Serienradius ist die harte Grenze deiner Anlage. Er unterscheidet sich zwischen Systemen deutlich — in H0 zwischen 295 mm und 457 mm, in N zwischen 150 mm und 279 mm.

Das ist keine Feinheit: Kato Unitrack HO fängt bei 430 mm an, Roco Line und Rocoline bei 358 mm. Wer wenig Platz hat, hat mit Kato schlicht weniger Optionen. Umgekehrt reicht Rocoline bis 1962 mm — ein Radius, in dem auch lange Schnellzugwagen gut aussehen.

Die Bogenradien in deinem System bestimmen, welche Fahrzeuge du fahren kannst. Siehe auch: Mindestradius (Prüfregel), Radius (Glossar).

5.2 Gibt es die Weichen, die dein Bahnhof braucht?

Für einen einfachen Kreis reicht jedes System. Sobald du einen richtigen Bahnhof planst, brauchst du mehr: schlanke Weichen (Bogenweichen für enge Gleisabstände), Dreiwegweichen und die Doppelkreuzungsweiche (DKW). Genau das ist in den Foren das häufigste Argument gegen ein sonst gutes System.

Aus den Daten (H0, aktuelle Systeme): Eine DKW führen Märklin C, Märklin K, Piko A, Piko A mit Bettung, Roco geoLine, Roco Line, Rocoline mit Bettung, Tillig Elite und Peco Streamline (Code 100, Code 75 und Code 83) — also die kontinentaleuropäischen Systeme und Pecos Streamline-Programm. Keine DKW führen Kato Unitrack HO, Bachmann E-Z Track, Hornby, Peco Setrack, Peco H0m und sämtliche Atlas-Systeme.

5.3 Wie groß ist das Sortiment?

Mehr Bauformen heißt mehr Freiheit beim Planen. Die Spanne ist erheblich: von 5 Teilen (Micro Engineering H0) bis 68 Teilen (Kato Unitrack N).

Vorsicht bei der Deutung: Ein kleines Sortiment ist kein Ausschlusskriterium, wenn das System Flexgleis hat — Peco Streamline führt gar keine festen Bögen, weil dort alles aus Flexgleis gebogen wird. Das ist ein anderer Planungsstil, kein Mangel.

5.4 Was kostet eine Weiche wirklich?

Das ist der Posten, der die meisten Kalkulationen sprengt. Bei den meisten Systemen ist der Weichenantrieb nicht dabei: Die Weiche liegt als Handweiche im Karton, der elektrische Antrieb ist ein eigener Artikel, den du je Weiche dazukaufst.

Aus unseren Daten über alle 63 Systeme:

  • 43 Systeme verkaufen den Antrieb separat — ein Zusatzartikel pro elektrischer Weiche.
  • 4 Systeme führen zusätzlich einen eigenen Einbau-Decoder für den Digitalbetrieb (Märklin C mit Antrieb 74491 + Decoder 74462, Märklin K mit 74490 + 74461, Roco geoLine mit 61195 + 61196, LGB mit 12010 + 55025).
  • 2 Systeme haben den Antrieb integriert (Kato Unitrack).

Rechne das an deinem eigenen Plan durch, bevor du dich festlegst: Ein mittlerer Bahnhof hat schnell zwölf Weichen — und damit zwölf Antriebe, bei Märklin C rund 240 € allein dafür. Bei manchen Systemen ist dieser Block größer als alle Gleise zusammen.

Achtung bei der Antriebszahl: „eine Weiche = ein Antrieb” stimmt nicht immer. Eine Dreiwegweiche braucht zwei Antriebe (Märklin C 24630, Piko A 55225 — beide Hersteller sagen das ausdrücklich), eine doppelte Gleisverbindung bis zu vier. Wer nach Weichenzahl kalkuliert, rechnet ausgerechnet die teuersten Bauteile zu billig.

5.4a Digital ist billiger, als die meisten rechnen

Hier steckt der Denkfehler, der Digitalbetrieb unnötig abschreckend aussehen lässt. Man liest oft „ein Decoder je Weiche” und multipliziert. Das ist der teuerste von zwei gültigen Wegen:

BauweiseBeispielAntriebe je Stück12 Antriebe
Einbau-Decoder (steckt in der Weiche)Märklin 74462 · 38,27 €1459,24 €
Decoder-Baustein (zentral montiert)Märklin m83 (60832) · 62,99 €4188,97 €
Decoder-BausteinViessmann k83 (5211) · 35,22 €4105,66 €

Ein Vierfach-Baustein schaltet vier Antriebe. Der Bedarf ist also eine Division mit Aufrundung, keine Multiplikation: aufgerundet(Antriebe ÷ Kanäle). Bei zwölf Antrieben liegt zwischen dem günstigsten und dem teuersten Weg der Faktor 4,3.

Was du dafür eintauschst: Der Baustein sitzt zentral unter der Anlage, und von jedem Antrieb läuft ein Kabelpaar dorthin. Der Einbau-Decoder spart genau diese Verkabelung — für eine kleine Anlage ein echtes Argument, für einen Bahnhof selten eines.

Der Decoder muss zum Digitalformat passen, nicht zum Gleishersteller: Dreileiter-Anlagen (Märklin) fahren Motorola/mfx, Zweileiter-Anlagen DCC. Ein Viessmann k83 ist ein Motorola-Baustein — richtig für Märklin, falsch für eine DCC-Anlage.

Und analog ist nicht kostenlos. Wer die Weichen elektrisch, aber ohne Digitalzentrale schaltet, braucht ein Stellpult. Auch hier gilt die Division: Alle vier gängigen Pulte schalten vier Antriebe, der Bedarf ist also aufgerundet(Antriebe ÷ 4).

StellpultPreisAntriebeSetzt Endabschaltung voraus
Märklin 7272021,59 €4nicht angegeben
Roco 10521 (ohne Rückmeldung)20,57 €4nein
Viessmann 554927,84 €4ja
Roco 10520 (mit Rückmeldung)33,21 €4ja

Die letzte Spalte ist wichtiger als der Preisunterschied: Ein Pult, das Endabschaltung erwartet, schaltet einen Antrieb ohne sie nicht zuverlässig. Drei der vier Hersteller sagen es in ihrer Produktbeschreibung ausdrücklich; Märklin sagt dazu nichts, und daraus folgt eben nicht, dass das Pult ohne Endabschaltung auskommt. Welche Bauart dein Antrieb hat, steht im Datenblatt des Antriebs, nicht in dem des Pults.

Der Trackplanner kennt für jedes System das Antriebsmodell und die Artikelnummer des Antriebs. In der Stückliste tauchen die Antriebe deshalb als eigene Position auf — du siehst den Posten, bevor du bestellst, nicht danach. Im Bauplan steht die Elektrik als Ausbaustufe (manuell → elektrisch → digital), jede mit ihrem Aufpreis; der Decoder-Bedarf wird dabei nach der Kanalzahl gerechnet, nicht nach der Weichenzahl.

5.5 Wird das System überhaupt noch hergestellt?

Der Punkt, den ein Preisvergleich am leichtesten verschweigt. Ein Gleissystem ist keine einmalige Anschaffung: Du kaufst nach. In zwei Jahren fehlen dir drei Bögen, eine Weiche geht kaputt, der Bahnhof wächst. Ein System, das eingestellt wurde, kannst du dann nur noch gebraucht oder aus Restbeständen ergänzen — zu Preisen, die niemand vorhersagt.

Genau deshalb steht in unseren Tabellen neben jedem Preis der Stand:

StandWas das heißtWas es für dich bedeutet
aktuellwird hergestellt und ist im Handelnachkaufbar, auch in Jahren
ausgelaufenHerstellung eingestellt, noch Restbeständeoft billig — aber der Vorrat ist endlich
historischwird nicht mehr hergestelltnur gebraucht, Börse, Restposten

Von den 63 erfassten Systemen sind 47 aktuell und 16 historisch (u. a. Märklin M, Fleischmann Profi, Trix Express, Piko Hobby, Shinohara); ausgelaufen ist derzeit keines.

Heißt das, Auslaufmodelle sind tabu? Nein. Wenn ein eingestelltes System gerade günstig zu haben ist, kann das eine gute Wahl sein — für eine Anlage mit festem Endzustand, für eine Ausstellungsplatte, für den Einstieg mit kleinem Budget. Zwei Dinge musst du dann aber wissen:

  1. Der niedrige Preis ist zum Teil ein Abverkaufspreis, keine dauerhafte Eigenschaft des Systems. Er sagt nichts darüber, was dich das nächste Bauteil kostet.
  2. Kauf den Bedarf für den Endzustand gleich mit. Bei einem laufenden System kannst du Stück für Stück nachkaufen; bei einem auslaufenden ist der heutige Vorrat dein Vorrat.

Wo wir in dieser Wissensbasis ein nicht mehr geführtes System als preislich günstigstes nennen, steht der Vorbehalt direkt dabei — samt Preis des günstigsten noch geführten Systems, damit du siehst, was dich die Zukunftssicherheit kostet.

6. Profilhöhe: Code 100, 83 oder 75?

Worum geht es? „Code” ist die Schienenhöhe in Tausendstel Zoll. Code 100 = 2,5 mm, Code 83 ≈ 2,1 mm, Code 75 ≈ 1,9 mm.

Warum ist das wichtig? Niedrigere Profile sehen deutlich echter aus. Höhere sind robuster und verzeihen mehr — sowohl beim Gleisbau als auch bei alten Fahrzeugen mit hohen Spurkränzen, die auf Code 75 aufsetzen können.

Wie entscheidest du?

  • Code 100, wenn du ältere oder gebrauchte Fahrzeuge fährst, wenn Betriebssicherheit vor Optik geht, oder wenn das Gleis oft angefasst wird.
  • Code 83, der heutige Standard für neu gebaute Anlagen — guter Kompromiss.
  • Code 75 und feiner, wenn du fotografierst und ausschließlich moderne Fahrzeuge fährst.

Innerhalb einer Marke lassen sich Profile über Übergangsgleise verbinden — du musst dich also nicht für die ganze Anlage festlegen, wohl aber für die sichtbaren Bereiche.

7. Kannst du Systeme mischen?

Kurz: ja, mit Einschränkungen. Bei Zweileiter-Gleichstrom sind die Hersteller genormt; elektrisch passt das zusammen. Mechanisch brauchst du Übergangsschienenverbinder, und bei unterschiedlichen Profilhöhen oder beim Übergang Bettung ↔ ohne Bettung musst du die Höhendifferenz ausgleichen.

Was nicht geht: Zweileiter mit Mittelleiter.

Der übliche und sinnvolle Fall ist nicht „alles mischen”, sondern: ein Hauptsystem, ergänzt um einzelne Teile aus einem anderen — etwa eine Weichenform, die dein System nicht führt.

Im Trackplanner kannst du mehrere Bibliotheken in denselben Plan laden und die Kombination durchspielen, bevor du etwas kaufst.

8. Die Vergleichstabellen

Die vollständigen, generierten Tabellen je Baugröße stehen in unserem generierten Vergleichsdatensatz (aus den Gleisbibliotheken erzeugt).

Auszug H0, aktuelle Systeme, nach Sortimentsbreite:

SystemTeileStromBettungkleinster Rgrößter RFlexDKWAntrieb
Rocoline m. Bettung632-Leiterja358 mm1962 mmjajaseparat
Märklin K533-Leiternein295 mm902 mmjajaseparat + Decoder
Tillig H0 Elite (Code 83)522-Leiternein366 mm543 mmjajaseparat
Bachmann E-Z Track502-Leiterja381 mm902 mmneinnein—
Roco Line Code 83502-Leiternein358 mm1962 mmjajaseparat
Märklin C433-Leiterja360 mm1115 mmneinjaseparat + Decoder
Peco H0 Code 100 Streamline302-Leiterneinnur Flex—jajaseparat
Kato Unitrack HO292-Leiterja430 mm790 mmneinneinintegriert
Piko A mit Bettung292-Leiterja360 mm908 mmneinjaseparat
Piko A262-Leiternein360 mm908 mmjajaseparat
Roco geoLine212-Leiterja358 mm511 mmneinjaseparat + Decoder

Auszug N, aktuelle Systeme:

SystemTeileBettungkleinster Rgrößter RFlexDKWAntrieb
Kato Unitrack N68ja150 mm718 mmneinjaintegriert
Minitrix68nein195 mm526 mmjajaseparat
Atlas N Code 5551nein254 mm1803 mmjaja—
Fleischmann Piccolo47ja192 mm430 mmjajaseparat
Roco N46nein195 mm765 mmjajaseparat

9. Dieselbe Anlage in jedem System

Systeme über einzelne Stückpreise zu vergleichen führt in die Irre. Deshalb baut der Generator für jedes System dieselbe kleine, aber vollständige Anlage — und zählt, was dafür nötig ist:

Oval (zwei Halbkreise + zwei Geraden-Seiten)
+ Ausweichgleis (2 Weichen)
+ Abstellgleis  (1 Weiche)
= 3 Weichen, also 3 Antriebe

Alle drei sind gewöhnliche Links-/Rechtsweichen, also gilt hier tatsächlich „eine Weiche = ein Antrieb” (bei einer Dreiwegweiche wären es zwei, §5.4). Im Digitalbetrieb kommt ein einziger Vierfach-Baustein dazu — nicht drei Decoder: aufgerundet(3 ÷ 4) = 1. Für Märklin C sind das 35,22 € statt 114,81 €.

Die Anlage ist ein echter Plan, keine Rechnung

Das ist der Punkt, an dem dieser Vergleich sich von den meisten unterscheidet. Eine Stückliste aus Zielmaßen zusammenzurechnen ist einfach — und kann Teile enthalten, die sich nie zu einer geschlossenen Anlage fügen. Ein Oval geht nur auf, wenn die Bogenwinkel 360° ergeben; ein Ausweichgleis nur, wenn es einen Bogen gibt, der den Weichenabzweig genau wieder parallel legt, und wenn die Geraden exakt die Lücke füllen, die dabei entsteht.

Deshalb wird die Anlage in jedem System wirklich gebaut und geprüft: Jede Verbindung muss deckungsgleich sein (Spalt 0), der Ring muss schließen, das Ausweichgleis muss an beiden Weichen ankommen. Was nicht schließt, taucht hier nicht als Zahl auf. Diese sechs Systeme tragen die Anlage — jede kannst du dir als öffentlichen Plan ansehen:

SystemTeileGrößeBogenradiusGleisabstandKosten
Peco H0 Code 100 Setrack312208 × 938 mm438 mm62 mm286 €
Piko A352316 × 906 mm422 mm62 mmab 236 €
Piko A mit Bettung352324 × 906 mm422 mm62 mmab 273 €
Märklin C362255 × 953 mm438 mm78 mmab 259 €
Roco geoLine392238 × 946 mm435 mm77 mmab 210 €
Roco TT (Spur TT)411713 × 774 mm365 mm44 mmandere Spurweite

Kosten = Gleise, die drei separat zu kaufenden Weichenantriebe und das Stellpult, mit dem man sie schaltet (ein Vierfach-Pult reicht für drei Antriebe). Gerechnet ist damit die Anlage ohne Digitalsteuerung. Nicht enthalten ist die Stromversorgung — analog der Trafo, digital die Zentrale; beide hängen an der Anlagengröße, nicht am Gleissystem. Digitaldecoder stehen ebenfalls nicht darin (§5.4a). Gewählt wird je Artikel das günstigste Angebot unserer angebundenen Händler — lieferbare vor billigeren, die gerade nicht zu haben sind —, gerechnet mit den Packungsgrößen des Handels, auf Euro gerundet, Stand 3. Oktober 2026; die Preise holen wir täglich. Beim Pult zählt zuerst, ob es zur Antriebsbauart passt: Wo der Hersteller die Bauart des Antriebs nicht angibt, ist die Paarung plausibel, aber nicht belegt. Ein Klick auf den Betrag öffnet den Plan mit der vollständigen Stückliste. Fehlt ein Preis, steht statt der Summe ein Gedankenstrich — eine Teilsumme wäre in einem Vergleich irreführend. Steht ab vor dem Betrag, fehlt eine Angabe, ohne die nur eine Untergrenze bleibt — zu einem Artikel die Packungsgröße, oder ein Stellpult, das in dieser Kaufregion keiner unserer Händler führt.

Jede Zeile ist ein echter, öffentlich abrufbarer Plan — anschauen, drehen, nachbauen:

Tillig H0 Elite geht nicht auf — und das ist die ehrlichere Auskunft. Bei den Elite-Weichen (Abzweig 15°, 12°, 9,4° oder 6,34°) und ausschließlich 30°-Bögen ist nicht selbstverständlich, dass sich Ausweich- und Abstellgleis ohne Flexgleis schließen lassen — und im Katalog findet sich zum Abzweig der Elite-Weiche kein Gegenbogen, der das Ausweichgleis wieder parallel legt. Der Plan scheitert also nicht an einer Lücke unserer Daten, sondern an der Geometrie des Systems: Elite ist ein Finescale-System für Selbstbauer, in dem Flexgleis der Normalfall ist. Wer ausschließlich mit Katalogteilen planen will, hat es bei den geometrischen Systemen leichter.

Es gibt für Tillig deshalb keinen öffentlichen Plan und keine Kostenzeile — auch nicht in §8. Eine ältere Fassung dieser Seite führte dort 260,63 €; die Zahl stammte aus einer gerechneten Stückliste, die niemand geometrisch geprüft hatte. Genau davon handelt dieser Abschnitt, also steht sie nicht mehr da.

Warum die Teilezahl so weit auseinandergeht

Die folgende Übersicht stammt noch aus dem älteren, gerechneten Verfahren und umfasst deshalb mehr Systeme. Für die Kostenaussagen zählen die geprüften Pläne oben; diese Tabelle zeigt den Effekt, um den es geht:

SystemTeile für dieselbe Anlagedavon Bögen
Hornby Standard248
Peco Code 100 Setrack288
Bachmann E-Z Track3112
Kato Unitrack HO3416
Rocoline mit Bettung · Atlas True-Track3812
Piko A3912
Märklin C · Roco Line · Roco geoLine4112
Trix4312
Atlas H0 Code 1005424

Für exakt dieselbe Anlage brauchst du bei Atlas Code 100 mehr als doppelt so viele Teile wie bei Hornby. Das liegt am Raster: 15°-Bögen statt 30°, kürzere Geraden. Wer nur den Stückpreis eines Bogens vergleicht, vergleicht die falsche Zahl — entscheidend ist, wie viele Stücke die Anlage braucht.

Dazu kommen bei fast allen Systemen drei Weichenantriebe. Im Digitalbetrieb genügt für diese Anlage ein Vierfach-Decoder-Baustein (§5.4a) — drei Einbau-Decoder wären bei Märklin C mehr als dreimal so teuer (114,81 € gegen 35,22 €). Bei Kato Unitrack entfällt der Antriebsblock komplett, weil der Antrieb im Weichenpreis steckt.

Fünf H0-Systeme tauchen in der Tabelle nicht auf: Peco Streamline, Peco Code 75, Peco Code 83, Shinohara und Micro Engineering führen keine Serienbögen — dort entsteht das Oval aus Flexgleis, die Stückzahl hängt am selbst gewählten Radius. Atlas Code 83 fehlt, weil unsere Bibliothek dafür keine einfache Links/Rechts-Weiche führt (siehe Datenlücke in §10).

Die vollständigen Stücklisten mit Artikelnummern stehen in unserem generierten Vergleichsdatensatz.

Was die Anlage kostet (DACH)

Preisstand: 3. Oktober 2026 · Quelle: Modellbahn Union · Währung: Euro Zwei Positionen sind älter: Den Preis der Geraden Piko 55201 (2,16 €, in Piko A) haben wir zuletzt am 8. August 2026 abgerufen, den des Sets Märklin 20299 (27,49 €, in Märklin C) am 25. September 2026. Preise ändern sich. Der Stand wird bei jedem Abruf im generierten Datensatz mitgeführt — die Angabe hier ist ein Auszug daraus, keine handgepflegte Jahreszahl.

Gerechnet wird der tatsächliche Einkauf: Für jede Position wird das passende Listing gewählt und auf ganze Packungen aufgerundet. Deckt eine Packung mehrere Positionen ab, wird sie einmal gekauft und auf alle angerechnet. Bei MU sind Gleise fast durchweg Einzelartikel, es entsteht also selten Überschuss — die eine Ausnahme steht gleich darunter.

Eine Position von Märklin C ist eine Packung, keine Einzelposition. Der Plan braucht drei Gegenbögen 24224. Modellbahn Union führt den Bogen nicht einzeln, sondern im Set Märklin 20299 (4 × 24224 + 2 × 24206, 27,49 €). Gerechnet ist deshalb ein Set; die Summe trägt damit einen vierten Bogen und zwei 24206 mit, die der Plan nicht braucht. Das ist keine Ungenauigkeit, sondern der Einkauf, wie er tatsächlich anfällt — genau dafür rundet diese Tabelle auf ganze Packungen auf. Zum Zeitpunkt des Abrufs meldet MU das Set als „zur Zeit nicht lieferbar”; der Preis steht, die Verfügbarkeit ist eine Momentaufnahme.

Beide Tabellen bepreisen jetzt denselben Umfang: die Anlage ohne Digitalsteuerung. Das ist neu, und der Unterschied war der größte Mangel dieser Seite. Bis zum 29.09.2026 hing hier bei Märklin C und Roco geoLine ein Weichendecoder je Weiche in der Summe (114,81 € bzw. 88,83 €, jeweils knapp 30 %), bei den übrigen nicht — zwei digitale Summen standen also neben vier analogen, und die teuerste Bauart war die gerechnete. Dieselbe Rechnung, die der Bauplan der App schon anwendet, entscheidet das jetzt für beide Tabellen: Gleis, Antriebe und das Stellpult, mit dem man analog schaltet. Der Decoder kommt erst wieder dazu, wenn wir für jedes Digitalformat einen bepreisten Baustein führen — und dann als Baustein je vier Antriebe, nicht als Einbaudecoder je Weiche (§5.4a).

Was bleibt, ist die Rechenweise. §9 nimmt je Artikel das günstigste Angebot über alle angebundenen Händler — dabei gehen lieferbare Angebote vor billigere, die gerade nicht zu haben sind —, während diese Tabelle bei einem einzigen Händler bleibt. Auf ganze Packungen runden beide auf, soweit die Packungsgröße gepflegt ist; wo sie es nicht ist, rechnet §9 stückweise und nennt damit eine Untergrenze, während diese Tabelle die Summe lieber ganz offenlässt. Und eine Packung, die mehrere Positionen deckt, kann hier einmal gekauft und auf alle angerechnet werden — in den Einkäufen dieses Datensatzes kommt das derzeit allerdings nicht vor.

Welche der beiden Zahlen am Ende kleiner ist, steht deshalb nicht fest. Eine Marktzahl also, kein Einkaufszettel.

SystemStandTeileKosten der Beispielanlage
Roco geoLineaktuell39245,76 €
Piko Aaktuell35246,93 €
Peco H0 Code 100 Setrackaktuell31285,72 €
Märklin Caktuell36295,20 €
Piko A mit Bettungaktuell35296,75 €

Diese Werte teilen dieselbe Baugröße, dieselbe Anlage, dieselbe Region, dieselbe Währung, denselben Tag (bis auf die zwei Positionen oben), denselben Händler — und seit dem 29.09.2026 denselben Umfang: Gleis, drei Antriebe, ein Stellpult. Damit sind sie erstmals ohne Vorbehalt gegeneinander lesbar.

Die Reihenfolge hat sich dadurch an beiden Enden gedreht, und das ist der Sinn der Sache. Roco geoLine war mit Decoder das zweitteuerste System und ist ohne das günstigste; Märklin C war das teuerste und liegt jetzt 1,55 € unter Piko A mit Bettung. Wer die alte Tabelle im Kopf hat: Der Decoder trug diese Reihenfolge, nicht das Gleis.

Was in den Summen nicht steckt, fehlt symmetrisch. Draußen bleibt die Stromversorgung — analog der Trafo, digital die Zentrale. Beide hängen an der Anlagengröße, nicht am Gleissystem, und wer digital fährt, hat die Zentrale ohnehin. Drei Dinge werden dabei leicht verwechselt: Das Stellpult schaltet (sein Maß ist die Kanalzahl), der Trafo versorgt (sein Maß ist die Leistung in VA), und wie viele Anschlussgleise eine Anlage braucht, hängt am Spannungsabfall über die Gleislänge. Nur das erste gehört in diese Tabelle.

Zwei Systeme fehlen, und zwar aus zwei verschiedenen Gründen. Tillig H0 Elite (Code 83) ließe sich rechnerisch bepreisen (281,20 €), aber es gibt keinen geschlossen geprüften Plan: Zum Abzweig der Elite-Weiche findet sich kein Gegenbogen im Katalog, mit dem das Ausweichgleis wieder parallel läge (Elite ist ein Flexgleis-System, §9). Eine Zahl neben einer Anlage, die so nicht zusammengeht, wäre genau die Sorte Angabe, die diese Seite vermeiden will. Märklin K scheitert eine Stufe früher: Seinen Weichenantrieb (74490) führt keiner unserer Händler, und ohne Antrieb ist die Anlage nicht vollständig bepreisbar — dort steht deshalb gar keine Summe, auch keine Untergrenze.

Andere Spurweiten stehen ebenfalls nicht in dieser Tabelle. Roco TT kostet für seine Version der Anlage 192,34 €, aber eine TT-Anlage ist kleiner (1713 × 774 mm statt gut 2,2 × 0,9 m). Die Zahl gegen die H0-Werte zu stellen, würde einen Spurweiten-Effekt als Preisvorteil des Systems lesbar machen. Wer zwischen Baugrößen wählt, entscheidet über Platz, nicht über den Gleispreis. In der Tabelle in §9 steht deshalb in ihrer Kostenzelle „andere Spurweite” statt eines Betrags.

Alle fünf sind aktuelle Systeme — hier ist der günstigste also nicht der, der ausläuft. Wäre er es, stünde der Vorbehalt aus §5.5 an dieser Stelle.

Drei Dinge, die man daran ablesen kann und die im Forum meist untergehen:

Teilezahl und Preis laufen nicht parallel — sie laufen sogar gegeneinander. Peco Setrack braucht mit 31 Teilen die wenigsten und ist trotzdem teurer als Piko A mit 35. Wer Systeme über „wie viele Teile brauche ich” vergleicht, liegt daneben; wer sie über den Preis eines einzelnen Bogens vergleicht, ebenso. Nur die fertige Anlage beantwortet die Frage.

Bettung kostet Aufpreis — und wir können ihn jetzt beziffern, aber nur zur Hälfte. Piko A und Piko A mit Bettung sind dieselbe Anlage in derselben Größe; die Bettungsvariante kostet 49,82 € mehr (+20 %). Das ist der Aufpreis gegenüber blankem Gleis — bei Piko A pur kommen Bettungsband, Schotter und Kleber noch dazu. Das Bettungsband lässt sich rechnen (Noch-Kork, 3 m je Packung, 16,63–20,79 €); bei Schotter (11,70 € / 500 g) und Kleber (6,64–17,05 €) nennt kein Hersteller eine Reichweite in Metern Gleis. Diese beiden Posten weisen wir deshalb als „Preis bekannt, Menge unbekannt” aus, statt eine Zahl zu erfinden. Der reale Abstand zwischen den beiden Varianten ist also kleiner als 49,82 €, aber um wie viel genau, sagt die Quellenlage nicht her.

Der Weichenblock ist groß — den Unterschied macht aber das Gleis. Das sieht man am besten an Märklin C und Roco geoLine. Bei Märklin C kosten die drei Weichen 55,97 € und ihre Antriebe 59,97 €, mit dem Stellpult also 136,51 € Elektrik und Weichen: 46 % der Summe von 295,20 €, und kein Zentimeter Gleis ist dabei. Bei Roco geoLine, dem günstigsten der fünf, sind es 69,12 € für die Weichen und 70,74 € für die Antriebe — mit Pult 160,43 €, sogar 23,92 € mehr. Die 49,44 € Unterschied zwischen den beiden Systemen stecken damit ganz im Gleis, nicht in den Weichen. Umgekehrt gilt für den Leser: Wer mehr als drei Weichen plant, verschiebt die Reihenfolge dieser Tabelle — und zwar über die Antriebe, deren Stückpreis von 15,30 € (Peco) bis 28,12 € (Piko) reicht.

Wer digital fährt, rechnet noch einmal anders, und der Unterschied ist groß: Märklin bietet für das C-Gleis einen Einbau-Decoder je Weiche an (74462, 38,27 € — zusammen 114,81 €), ein Vierfach-Baustein für alle drei Weichen kostet 35,22 € (Viessmann k83, §5.4a). Beide Wege sind gültig, der zweite ist der übliche und günstigere — Faktor 3,3. Der Baustein muss zum Digitalformat passen, nicht zum Gleishersteller: Für Märklin C wählt der Bauplan deshalb den Viessmann k83 und nicht Märklins eigenen m83 (60832, 62,99 €), der fast doppelt so teuer ist und zum Abrufzeitpunkt nicht lieferbar war. In den Summen oben steht keiner von beiden: Die Tabelle vergleicht die Anlage ohne Digitalsteuerung, weil wir sonst für einen Teil der Systeme einen Decoder mitrechnen würden und für den anderen nicht.

Anmerkung zur Beschaffung: Der Plan nutzt seit dem 25.09.2026 die normalen Weichen 24611/24612 (24,3°) statt der schlanken 24711/24712 (12,1°). Grund ist der Gleisabstand: Die schlanke Weiche legt das Ausweichgleis auf 50 mm, und das ist für H0 sehr eng — der C-Gleis-Parallelabstand ist 77,5 mm. Zu beschaffen ist beides; der Gegenbogen 24224 kommt bei Modellbahn Union allerdings nur im Set 20299 (vier Stück), und einzelne Positionen des C-Gleises stehen dort mit „Lieferzeit auf Anfrage” statt ab Lager.

Was die Anlage kostet (UK)

Preisstand: 3. Oktober 2026 · Quelle: Harburn Hobbies · Währung: Pfund Eine Position ist älter: Den Preis der langen Geraden Peco ST-204 (7,45 £) haben wir zuletzt am 2. September 2026 abgerufen.

SystemStandTeileKosten
Peco H0 Code 100 Setrackaktuell31ab 195,30 £

Warum „ab”: Gleis und die drei Antriebe stehen vollständig darin, das Stellpult nicht — keiner unserer britischen Händler führt eines. Die DACH-Summe trägt dafür 20,57–21,59 €; in derselben Größenordnung fehlt hier also etwas. Eine Zahl dafür zu schätzen wäre raten, und die Position ganz zu verschweigen hieße, die britische Anlage billiger aussehen zu lassen als die deutsche.

Vorbehalt: Am 23. September 2026 führt Harburn die ST-204 nicht mehr. Komplett ist die Anlage dort im Moment also nicht zu bekommen; die Summe rechnet diese Position mit ihrem letzten Preis.

Dieselbe Anlage ist in UK spürbar günstiger als in DACH — ab 195,30 £ gegenüber 285,72 € für exakt dieselben 31 Teile (in der britischen Summe fehlt dabei noch das Stellpult, siehe oben). Das ist kein Umrechnungseffekt, sondern Heimatmarkt: Peco ist ein britischer Hersteller, und britische Händler kalkulieren das eigene Programm anders als ein Importeur. Wer in UK plant, sollte Peco deshalb ernsthafter prüfen als es die DACH-Tabelle nahelegt.

Für die übrigen Peco-Programme (Streamline, Code 75, N) fehlen noch einzelne Artikel beim Händler; sie bekommen erst eine Summe, wenn jede Position bepreist ist. Peco TT ist dort vollständig bepreist, hat aber keinen geprüften Plan und deshalb ebenfalls keine Summe.

10. Was noch fehlt

Für DACH und UK stehen Kosten (§9): Modellbahn Union (583 bepreiste Artikel gemeinsam mit dem Märklinshop, fünf H0-Systeme und Roco TT vollständig) und Harburn Hobbies (200 Artikel gemeinsam mit Scograil, ein System bis auf das Stellpult). Offen bleibt:

1. Lücken in unseren eigenen Bibliotheksdaten. Beim Bepreisen fiel auf, dass mehrere Positionen gar keine echten Hersteller-Artikelnummern tragen:

  • Rocoline mit Bettung und Roco Line: Teile mit den internen Kennungen D4, D8, D12 statt einer Roco-Artikelnummer — so nicht bestellbar und nicht bepreisbar.
  • Roco Line: Kombi-Nummern wie 40295/40296 (Antrieb links/rechts) und 42616/617. Teilweise gelöst (2026-08-10): Solche Nummern werden beim Bepreisen jetzt in ihre Teile zerlegt, sodass der Artikel unter der Einzelnummer gefunden wird (42616/617 → 42616, gefunden). Das ersetzt keine saubere Datenpflege, macht die Stücke aber sofort auffindbar. Die Zerlegung ist bewusst vorsichtig: 3900 D1/1 (Märklin) bleibt unangetastet, weil der Schrägstrich dort zum Namen gehört.
  • Atlas H0 Code 83: keine einfache Links/Rechts-Weiche in der Bibliothek (10 Teile gesamt).
  • Piko N: Platzhalter statt Artikelnummer.

Das ist kein Befund über die Hersteller, sondern über unsere Daten — und Arbeit an unserer Seite. Solange sie offen ist, fehlen ausgerechnet die beiden Roco-Systeme im Kostenvergleich.

2. Märklin C — erledigt. Der fehlende Decoder war die Altnummer 74461; der Nachfolger 74462 ist abgerufen (38,27 €), und die Anlage nutzt jetzt die schlanken Weichen, deren Gegenbogen der Händler führt. Märklin C steht damit vollständig in §9.

2a. USA ohne Summe — und das bleibt vorerst so. Die US-Quelle (modeltrainstuff) verkauft Gleise überwiegend als Packung, und die Stückzahl steht nur als Konvention im Produkttitel. Daraus zu rechnen hieße raten (Fehler um Faktor 4 bis 8), deshalb steht der Shop auf content_kind = unknown und liefert bewusst keine Summe. Auflösbar erst mit kuratierten Packungsinhalten oder einer zweiten US-Quelle, die einzeln verkauft.

2b. UK-Abdeckung. Für Peco Setrack steht eine Summe, aber die lange Gerade ST-204 führt Harburn inzwischen nicht mehr (§9). Bei Streamline, Code 75 und N fehlen je drei bis fünf Positionen, die Harburn nicht führt; Peco TT ist dort vollständig bepreist (ohne geprüften Plan, §9). Eine zweite UK-Quelle (Rails of Sheffield) würde die Lücken vermutlich schließen — deren products.json liegt allerdings hinter einem Bot-Schutz. Die seit Ende August angebundene Quelle Scograil führt vor allem kontinentales Gleis (Roco, Fleischmann, Kato) und schließt diese Lücken nicht.

2c. Märklinshop: Preise ja, Summe noch nicht. Seit Ende August ist der Märklinshop als zweite DACH-Quelle angebunden. Dort sind Minitrix N Code 60 Beton vollständig und Minitrix sowie Märklin K bis auf je zwei Positionen bepreist. Eine Summe weisen wir trotzdem nicht aus: Mehr als die Hälfte der Gleise verkauft der Shop nur in Mindestmengen (meist zehn Stück), und welche Stückzahl ein Angebot umfasst, ist für ihn noch nicht gepflegt (content_kind = unknown, dieselbe Lage wie in den USA, Punkt 2a). In der ausgewiesenen Summe des DACH-Abschnitts steckt der Märklinshop deshalb weiter nicht — die bleibt bei Modellbahn Union. Die Kostenspalte in §9 wählt dagegen je Artikel über alle angebundenen Händler und kann dort auf ihn treffen; wo seine Packungsgröße fehlt, rechnet sie stückweise und ist dann eine Untergrenze.

3. Die Bettung als Kostenposten. Für Systeme ohne Bettung fehlen im Vergleich noch Bettungsband, Schotter und Kleber — rund 7 Meter Gleis bei der Beispielanlage. Die Tabelle roadbed_products und die Mengenrechnung stehen, und neun Artikel sind inzwischen gepflegt und bepreist. Beim Bettungsband ist die Reichweite belegt (Noch-Kork, 3 m je Packung); bei Schotter und Kleber nennt kein Hersteller eine Reichweite in Metern Gleis, sie bleiben deshalb ohne Menge. Erst dann lässt sich die Tabelle aus §9 auf „Gleis pur” und „inklusive Bettung” umschalten. Bis dahin gilt: Die Zahlen vergleichen Bettungsgleis mit blankem Gleis, nicht mit fertig geschottertem.

4. Mehrantriebige Weichen — gelöst, die Datenpflege läuft noch. Eine Dreiwegweiche braucht zwei Antriebe, nicht einen. Die Stückliste zählte bis 2026-08-10 Weichen statt Antriebe und rechnete diese Teile damit zu billig; seit dem 10. August 2026 zählt sie Antriebe, und der Decoder-Bedarf ist eine Division nach Kanalzahl statt einer Multiplikation (§5.4a).

Offen bleibt die Kuratierung: Über Dreiweg-, Doppelkreuzungs- und Kreuzungsweichen führen unsere Bibliotheken 67 Kandidaten; belegt und eingetragen sind bisher zwei (Märklin C 24630, Piko A 55225). Alle übrigen zählen weiter einen Antrieb. Das ist eine Entscheidung, kein Versäumnis: Die Recherche zu Märklin C 24624 (Doppelkreuzungsweiche) ergab widersprüchliche Angaben — mehrere Händler schreiben, der Antrieb sei dort bereits eingebaut, was eine dritte, noch nicht modellierte Lage wäre. Eine Zahl zu setzen, die man nicht belegen kann, wäre derselbe Fehler wie eine geratene Packungsgröße.

Für die Tabellen in §9 ändert das nichts: Die Vergleichsanlage verwendet in jedem System ausschließlich gewöhnliche Links-/Rechtsweichen. Die Korrektur wirkt auf deine eigenen Pläne, sobald darin eine Dreiwegweiche steckt.

5. Digitalbetrieb für Zweileiter-Systeme noch ohne Summe — aber der Grund hat gewechselt. Die Vierfach-Bausteine für Motorola/mfx sind bepreist (m83, k83 — §5.4a). Für DCC hieß es hier lange, es gebe keinen bepreisten Baustein. Das stimmte nur für den damals geprüften ESU SwitchPilot V2.0 (51820), der bei keiner unserer Quellen geführt wird — der SwitchPilot 3 (51830), dieselbe Baureihe eine Generation weiter, steht sehr wohl im Sortiment (43,49 €, vier Kanäle, DCC und Motorola), und Modellbahn Union führt zudem einen eigenen Achtfach-Baustein für Doppelspulenantriebe (29,99 €). Beide sind seit dem 28.09.2026 kuratiert, der Bauplan weist die Digital-Stufe für Zweileiter also mit einem Betrag aus — mit einer Ausnahme, die der nächste Punkt erklärt: Alle drei DCC-Bausteine sind Doppelspulen-Bausteine, und sieben unserer Systeme fahren einen motorischen Antrieb. Dort bleibt die Stufe ohne Zahl, weil kein passender Baustein geführt wird — nicht, weil keiner hinterlegt wäre.

6. Die Antriebsart ist erfasst — aber nur an wenigen Artikeln. Zwei Dinge galten hier lange als unbekannt, und beide sind es nicht mehr: Die Kanalzahl der Stellpulte steht in den Herstellerdaten (seit 28.09.2026 gepflegt, §5.4a), und die Antriebsart hat seit dem 29.09.2026 ein eigenes Feld. Das war nötig, weil ein Decoder oder Pult nicht zu jedem Antrieb passt: Ein Doppelspulen-Baustein schaltet keinen motorischen Antrieb (Tillig 86112 etwa, und den benutzen sieben unserer Systeme, darunter Tillig Elite und Roco TT), und ein Pult, das Endabschaltung erwartet, keinen Antrieb ohne sie.

Offen bleibt die Kuratierung, und sie ist der Normalfall, nicht die Ausnahme: Von 15 Antriebsartikeln tragen bisher drei eine belegte Bauart. Wo sie auf einer der beiden Seiten fehlt, schließen wir deshalb nichts aus — wir nennen die Paarung aber auch nicht geprüft. In der Kostenspalte heißt das konkret: Vier der fünf H0-Systeme bekommen das günstigste Pult, das ihren Antrieb plausibel schaltet (Roco 10521 ohne Endabschaltungs-Zwang, 20,57 €); nur Peco Setrack hat eine belegte Doppelspule und bekommt deshalb das nachweislich passende Märklin-Pult (72720, 21,59 €). Umgekehrt schließt ein belegtes „motorisch” wirklich aus: Bei Tillig Elite und Roco TT fällt jeder Doppelspulen-Baustein aus der Auswahl. Dieselbe Regel wie bei Schotter und Kleber (Punkt 3): lieber eine benannte Lücke als eine erfundene Zahl — aber auch kein Ausschluss aus Unwissen.

7. Die anderen Regionen. Für UK steht inzwischen eine Summe (Peco Setrack, §9, mit dem Vorbehalt zur ST-204 und ohne Stellpult — keiner unserer britischen Händler führt eines); die übrigen dort geführten Systeme sind noch nicht durchgängig bepreist oder haben, wie Peco TT, keinen geprüften Plan. Für die USA ist der Verpackungsinhalt nicht kuratiert (§9): Dort sind die Stückzahlen je Listing verschieden und stehen nur im Produkttitel, deshalb gibt es für keine Anlage eine Summe. Beides ist Datenpflege im vorhandenen Modell, keine offene Konstruktionsfrage mehr.